Die Orgel nach der Restaurierung 2002

Eine Balthasar-König-Orgel an der Mosel

Die Orgelgeschichte lässt sich in drei wesentliche Abschnitte aufteilen:
Erbauung 1738 - Umbau 1867 - Restaurierung 2002.
Die Jahreszahl an der Emporebrüstung wird vermutlich auch mit dem Bau der Orgel in Zusammenhang stehen. Balthasar König hatte damals seine Werkstatt von Münstereifel nach Köln, Breite Straße verlegt. Er baute in Beilstein eine Orgel mit 21 Registern, 2 Manualen und Pedal, mit dem Spieltisch an der vorderen Gehäusefront, wobei wegen der großartigen geschnitzten Emorebrüstung das untere Gehäuseteil übermäßig hoch wurde, um mit dem fünfgliedrigen Prospekt das schöne Gitterwerk zu überragen.
Unter Orgelbauer Voltmann aus Klausen kam es 1867 zu einem Umbau, bei dem 8 Register "in Wegfall" kamen und drei neue Register den Klang wieder vervollständigten. Außerdem erneuerte man Pfeifenfüße, Traktur und Registermechanik. Dazu legte man den Spielschrank an die Seite und erweiterte das Gehäuse nach hinten.
1980 hat man noch einmal versucht, die Orgel in einer gründlichen Reparatur spielbar zu erhalten. Konzerte waren möglich.
Der große Höhepunkt in der Orgelgeschichte war dann im Dezember 2002: Man feierte die Einweihung der von Meister Hubert Fasen restaurierten Orgel Beilsteins. Bischof Reinhard Marx vollzog die Segnung und Ministerpräsident Kurt Beck hielt die Festansprache. Domorganist Josef Still spielte festliche Stücke, die aus der Erbauungszeit des Instrumentes stammten. Man hörte einen Klang, wie man ihn sich damals, 1738, vorstellen konnte.
Restaurierung
In regelrechter Detektivarbeit suchte Hubert Fasen aus Oberbettingen und sein Team nach Spuren am Gehäuse, Signaturen an den Pfeifen, Besonderheiten der Windladen und Zuordnungen vom ehemaligen Spieltisch und den Schleifenanlängungen rechts und links.
Ergebnis:
Alles deutet auf den Erbauer Balthasar König hin. So blieb es bei den König'schen Windladen, den originalen König- Pfeifen, ergänzt durch Rekonstruktion einiger Register (Zungen und Aliquoten) und damit beim Klang von 1738. Von H. Voltmann ließ man den Spieltisch und Teile der Traktur, sowie die Erweiterungen am unteren Gehäuse. Die Windanlage blieb und bekam ein neues Gebläse.
Disposition der König-Orgel Beilstein ab Dezember 2002
Ungleichstufige "König" - Temperatur. 1 Halbton über den üblichen 440 Hz
Hauptwerk: C, D.....c³
Praestant 8'
Tintinabel 2-fach
Cornet 3-fach
Hohlpfeif 8'
Octav 4'
Superoktav 2'
Quint 3'
Fleut 4'
Solcena 2-fach
Cimbel 2-fach
Mixtur 4-fach
Vox humana 8'
Trompet 8' Discant
Trompet 8' Bass
Echo-Positiv: C,D....c³
Bordun 8'
Praestant 4'
Fleutginn 4'
Octav 2'
Nassart 2-fach
Crummhorn 8' Discant
Crummhorn 8' Bass
Pedal: C.....f
Subbass 16'
Octavbass 8'
Pedalkoppel, Tremulant, Nachtigall